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Praktische Tipps bei einer Pollenallergie

... Pollen kann man nicht vermeiden!
Falsch!

Zweifellos ist es schwierig den Kontakt mit Pollen während der Pollensaison ganz zu vermeiden, aber es ist sehr wohl entscheidend sein Verhalten anzupassen. Wer über Hintergründe und seine Allergie Bescheid weiß, hat durchaus Erfolg den Kontakt mit dem jeweiligen Pollen auf ein Minimum zu reduzieren und somit seine Beschwerden zu senken.

Beachten Sie insbesondere die Pollenflugvorhersage! Über www.pollenwarndienst.at bzw. www.polleninfo.org verbinden wir Sie zu allen verfügbaren aktuellen Informationen in Österreich und Europa.
Wir informieren auf Nachfrage auch Zeitungen, den Rundfunk und per Teletext.

Luft filtern

Aufenthalt in geschlossenen Räumen

Die Pollenkonzentration geht bereits nach 10 Minuten auf etwa 1% des Außenwertes zurück, wenn Sie die Fenster schließen. Vermeiden Sie Turbulenzen (z.B. Ventilatoren oder heftiges Umhergehen im Zimmer), weil dadurch die am Boden liegenden Pollen neuerlich aufgewirbelt werden.

Pollenschutzgitter

Verwenden Sie Pollenschutzgitter für die Fenster zu Hause, um bei offenem Fenster arbeiten und schlafen zu können. Die spezielle Textilstruktur verhindert das Eindringen von etwa 90% des Pollens, je nach Art und Größe in unterschiedlichem Grad, und schränkt den freien Luftaustausch nur unwesentlich ein.

Pollenfiltermasken

Diese Masken sehen Operationsmasken ähnlich und haben eine gute Filterwirkung. Allerdings sind sie im Alltag teils hinderlich und optisch auffällig. Auch kann der Filter die Atmung etwas beeinträchtigen und der Gummi drücken. Als sensibler Pollenallergiker bzw. bei absehbarem intensivem und unvermeidlichem Kontakt können sie aber wertvolle Dienste leisten.

Pollenfilter fürs Auto

Pollenfilter sollten für jedes Auto verfügbar sein, wenn sie nicht ohnehin bereits serienmäßig eingebaut sind. Solche Filter boten im Auto ausgezeichneten Schutz, vorausgesetzt sie werden auch regelmäßig gewartet bzw. ersetzt. Denken Sie daran vor der Pollensaison, denn eine Niesattacke als Lenker ist gefährlich. Klarerweise können die Pollenfilter nur funktionieren, wenn die Autofenster geschlossen bleiben.

Der Laubwald als Schutz

Im Freien bietet der Laubwald Schutz, dann im belaubten Wald sind Blätter sehr effiziente Filter. Das gilt natürlich nur, wenn Blätter schon entwickelt sind und Sie nicht Probleme mit Baumpollen haben, der zu dieser Zeit im Wald vorkommt. Ebenso gilt diese Empfehlung nicht während der gesamten Gräserblüte, da bestimmte Arten sehr wohl auch im Wald vertreten sind.Vorsicht ist am Waldrand geboten, da die die Pollenkonzentrationen dort besonders hoch sind.

Luftreiniger

Luftreiniger filtern die Luft und können nicht nur Pollen, sondern auch Haare, Staub und Bakterien aus der Luft entfernen. Auch wenn der Anschaffungspreis hoch erscheint, kann eine solche Anschaffung für Arbeitsplatz oder Zuhause in Betracht gezogen werden.

Richtige Organisation und Planung

Überlegter Aufenthalt im Freien

Die tageszeitliche Verteilung des Pollenfluges ist noch weniger erforscht. Ziehen Sie nutzen aus den aktuellen Pollenvorhersagen bzw. auch aus den zweistündlichen Prognosen, die Ihnen die Belastungsgipfel über den Tag für die nächsten drei Tage anzeigen.

Felder meiden

Graspollenallergiker sollten Getreidefelder in Blüte meiden (vor allem Roggen- und Maisfelder). Deren Pollen kann zusätzlich oder sogar stärker reizen.Auch die unmittelbare Nähe zu Rapsfeldern sollte gemieden werden. Obwohl Raps von Insekten bestäubt wird, entwickeln mehr und mehr Personen durch Rapspollen Beschwerden.

An die Küste oder in die Bergen

Die Pollenkonzentrationen sind tatsächlich an den Küsten und in den Bergen generell niedriger, auch wenn es Ausnahmen von dieser Regel gibt. Ein möglicher Fallstrick ist die Blüte der Grünerle im Mai/Juni in den höheren Lagen. Als Faustregel gilt, dass Pflanzen in den Bergen in Blüte stehen, wenn sie in den Tieflagen schon abblühen. Die Belastung durch Pilzsporen und auch durch Hausstaub nimmt übrigens mit steigender Seehöhe ab.

Urlaubsplanung

Es macht einen entschiedenen Unterschied, wo und wann Pollenallergiker Urlaub machen. Weil gerade der Orts- und Klimawechsel soll gut tun, denn auch Feuchtigkeitsgehalt der Luft, Höhenlage des Ortes und Temperaturen bestimmen den den persönlichen Allergieauslösern den Schwellungszustand der Schleimhäute. Beachten Sie daher unsere Urlaubstipps und die Europakarten.

Sport in pollenarmer Umgebung

Je mehr Luft Sie einatmen, desto mehr Pollen atmen Sie mit ein. Unter Anstrengung, also z.B. beim Sport in Freien, ist man dann vermehrtem Allergenkontakt während der Saison ausgesetzt. Es wird empfohlen tageszeitlich auszuweichen oder Sport in geschützter Umgebung (z.B. Halle) auszuüben.Allerdings wurde bei Ausdauersportlern - z.B. Langstreckenläufern wurde gelegentlich schon das Gegenteil beobachtet: unter Anstrengung verschwand der Heuschnupfen vorübergehend. Es liegt also in der Eigenverantwortung sich vorsichtig und verantwortungsvoll an die persönlichen, optimalen Bedingungen heranzutasten.

Geeignete Zimmer- und/oder Gartenpflanzen

Gestalten Sie ihre eigene Umgebung arm an Allergenen. Klären Sie beispielsweise immer vorher ab ob eine bestimmte Pflanze eine Reaktion nach sich ziehen könnte. Denken Sie dabei auch an Kreuzreaktionen (und nehmen Sie sich als Eschenpollenallergiker keinen Ölbaum (Olive)!)! Achtung, es gibt auch eine Ficus-Allergie!

Auf der Sonnenseite gehen

Angeblich sorgt Wärmeströmung dafür, dass in der Stadt auf der Sonnenseite der Straße weniger Pollen in der Luft zirkuliert. Solche kleinräumigen Unterschiede wurden zwar noch nicht mehrfach belegt, aber Sie können als Pollenallergiker durchaus in der Sonne gehen.

Rasen mähen lassen

Gras in der eigenen, unmittelbaren Umgebung nicht zur Blüte kommen zu lassen ist wohl für Graspollenallergiker selbstverständlich. Aber man sollte auch darauf achten, dass als Allergiker nicht selbst zu tun, da beim Mähen Partikel frei gesetzt werden, die Allergene enthalten und so lange reizen können bis sie sich abgelagert haben.

Hilfsmittel im Alltag

Wasser trinken

Viel zu trinken hält die Schleimhäute feucht und macht sie weniger reizbar als trockene Schleimhäute. Besonders Mineralwasser mit Magnesium ist zu empfehlen.

Gesichtsdusche

Ein Gesichtsguss mit kaltem Wasser kann Beschwerden durch Heuschnupfen wie brennende Augen, brennende Gesichtshaut und Spannungskopfschmerz lindern.

Hausmittel

Nutzen Sie einfache Tricks wie einen kalten, nassen Waschlappen (im Notfall ein nasses Taschentuch), um gereizte Augen zu geruhigen.Eine Nasendusche mit isotonischer oder hypotonischer Koch-/Meersalzlösung ist befreiend. Hintergrund: Die fließende Nase versucht die Allergene aus der Nase zu befördern. Überschüssige Flüssigkeit wandert aus der Nasenschleimhaut durch den osmotischen Effekt der Lösung und die Schleimhaut schwillt ab.

Kein Alkohol

Alkohol erweitert die Gefäße. Das betrifft auch die Nasenschleimhaut, die durch Alkohol durchlässiger wird und damit können Allergene leichter in die Blutbahn gelangen. Auch manche Medikamente zeigen einen ähnlichen Effekt.

Kein Rauchen

Das Einatmen von Zigarettenrauch (aktiv wie passiv) spielt erstens eine Rolle beim Entstehen von Allergien und Asthma und verschlimmert zweitens die Beschwerden eine bestehenden Erkrankung. Das ist natürlich umso mehr Kindern gegenüber zu beachten!

Unterwegs mit Sonnenbrille und Hut

Schützen Sie Ihre Bindehäute mechanisch und ganz einfach mit einer Sonnenbrille: so wird ein Teil des Pollens von den Augen fern gehalten und Sie schützen Ihre bereits irritierte Augenschleimhaut, die während der allergischen Reaktion lichtempfindlicher ist als sonst.Auch eine Hut mit breiter Krempe hält Pollen von Ihnen fern.

Wäsche nicht im Freien trocknen

Niemals die Wäsche im Freien trocknen lassen, da das feuchte Gewebe Pollen noch besser auffängt und damit eine Reaktion provozieren kann (z.B. Hautreaktionen wie Juckreiz). Wenn doch einmal, dann auf jeden Fall bügeln (da die viele Allergene mit Hitze zerstört werden können).

Pollen nicht zu Hause verteilen

Pollen lagert sich auch auf Kleidung und Haar ab. Daher ist es wichtig Kleidung nicht in den Schlafräumen zu verteilen, indem man sich dort umzieht. Auch die Haare zu waschen, kann ein wichtiger Tipp sein bevor man sich zu Bett legt. So kann man darauf achten die Wohnumgebung nicht zusätzlich mit Pollen zu belasten.

Nicht überreagieren

Verfallen Sie auf keinen Fall in Panik, wenn Ihre Saison näher rückt. Man soll sich der Allergie bewusst sein und sich am aktuellen Stand halten, denn nur wer informiert ist, weiß sich zu helfen.
Sehen Sie aber davon ab einen Hass auf die Natur zu entwickeln oder Birken in der Umgehung umschneiden zu wollen. Einerseits bewirkt die Entfernung eines Birkenbaumes nicht viel, vor allem nicht lokal für Sie (da Baumpollen gleich dem Rauch eines Lagerfeuers in die Höhe gezogen wird und später verteilt wird) und andererseits würde sich Ihre Immunsystem höchstwahrscheinlich einen anderen Störenfried aussuchen.

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